Social Media funktioniert nicht ohne Traveltech

Basteln Sie an einer neuen Social-Media-Strategie? Wägen Sie ab, wie und wann die Entwicklung eigener Smartphone-Apps Sinn machen könnte? Oder rechnen Sie gerade durch, welche Alternativen Sie zum Suchmaschinenmarketing (SEM) haben, um im Internet sichtbarer zu werden? Bitte lassen Sie sich nicht stören. All das sind wichtige Themen. Aber noch wichtiger ist die Technik.

Es ist exakt drei Jahre her, da war Travel Technology in der Touristik ein Randgruppenthema. Wer in geselliger Runde das Gespräch auf Datenformate, Attribute und Schnittstellen lenkte, der konnte sicher sein, sehr bald in einem intimen Kreis zu stehen. Die Masse der Touristiker driftete dorthin ab, wo neben dem branchenüblichen Klatsch über sensationelle Dinge wie Social Media oder mobile Anwendungen diskutiert wurde. Nicht nur auf dem fvw Kongress, der in der kommenden Woche in Köln öffnet, haben sich die Dinge grundlegend gedreht. Travel Technology ist das dominierende Thema. Man muss kein Informatiker sein, um mitreden zu können. Denn das Thema brennt.

Der fvw Kongress ist der Branchenspiegel für technische Innovationen in Touristik und Business Travel. Nie waren sie wichtiger als heute. Nach den Online-Reisebüros und Bettenbanken erklären auch immer mehr Leistungsträger und Veranstalter die Technik zu ihrem Kerngeschäft. Die aktuelle Generation an Buchungs- und Vertriebssystemen hat entscheidende Vorteile:

  • Die Anwendungen sind weit skalierbar. Buchungsmasken von der Stange haben weitgehend ausgedient. Die Darstellung von Produkten und die Suchfunktionen lassen sich stark individualisieren. Statt wie bislang primär über Destination und Preis lässt sich künftig auch nach persönlichen Vorlieben suchen. Suchkriterien können quasi beliebig skaliert werden.
     
  • Das Angebot lässt sich beliebig erweitern. Mehr Auswahl bei der Fluganreise, ein breiteres Hotelportfolio, Zusatzangebote vor und nach der Anreise und – ganz wichtig – exklusive Angebote, die es sonst nicht gibt: offene Schnittstellen machen die Integration in das eigene Produktortfolio möglich möglich. Denn Dank XML & Co können externe Datenbanken einfach eingebunden werden. Richtig gut funktionieren das freilich nur, wenn moderne Datenformate wie OTDS oder EDF und allgemein anerkannte Attribute sich im Markt etablieren. Es bleibt spannend zu sehen, welche Rolle der DRV-Datenstandard und seine Global Types künftig spielen werden. Klar ist aber auch, dass auch ohne diese Listen eine Individualisierung des Angebots möglich ist.


Neben den Angeboten zählt die Verpackung. Produkbeschreibungen lassen sich automatisiert oder eben mit manueller Arbeit so ausarbeiten, dass sie sowohl vom Kunden als auch von Google als einzigartig anerkannt werden. Bilder, Videos, Experten-Ratschläge und User Generated Content, erzeugt entweder über soziale Netzwerke, mobile Anwendungen oder eben über das eigene Portal, sorgen für weitere Alleinstellungsmerkmale.

Soziale Netzwerke wie Facebook, Foursquare und Google Plus werden dem Reisevertrieb neue Impuluse geben. Für sich allein betrachtet sind sie aber keine Revolution. Richtig Sinn macht das Web 2.0 nämlich nur, wenn die Travel Technology diese Anwendungen auch versteht. Die Integration sozialer Netzwerke ist eine von vielen Baustellen, die die Techniker abarbeiten. Die Aussteller der Travel-Expo arbeiten mit Hochdruck daran, Buchungs- und Vertriebssysteme, Web-Technologien und Vorgangs- und Kundendatenverwaltung individueller und effizienter zu machen. Nie zuvor wurde das deutlicher als auf der Bühne des fvw-Kongresses und auf der Travel-Expo in Köln. Sehen wir uns?

KOMMENTARE
Facebook ? was war das gleich noch mal ???
von Robert, 24.09.12, 14:45
Solange es die Techniker nicht einmal schaffen in verschiedenen Reservierungssystemen für identische Reisen den gleichen Preis anzuzeigen, braucht sich eigentlich niemand mit irgend welchem anderen techn. Schnickschnack zu beschäftigen !
von Lutz Hermann, 05.10.12, 15:38
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